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Zwischen Sackgasse und Energiewende:
Eine sozial-ökologische Mehrebenenanalyse transnationaler Biokraftstoffpolitik

Ziele und Vorgehen

Das Projekt „Fair Fuels?“ hat sich zum Ziel gesetzt, mit den Biokraftstoffen ein besonders umstrittenes Element der gegenwärtigen und zukünftigen Energieversorgung zu analysieren. Das Projekt untersucht die Konflikte, Potenziale und Risiken der Biokraftstoffe, ihre transnationalen Verflechtungen sowie ihre sozial-ökologischen Wechselwirkungen in interdisziplinärer und interregionaler Weise. Fallstudienbezogene Erkenntnisse aus drei Weltregionen werden dabei mit Untersuchungen übergeordneter Fragestellungen zu Umweltauswirkungen, politischer Steuerbarkeit und transnationalen Konflikten verschränkt.

Zentrale Ziele des Projektes sind,

  • die unterschiedlichen Konfliktdimensionen der Biokraftstoffproduktion in den verschiedenen politischen Ebenen (von lokal bis global) und betroffenen Wirtschaftssektoren zu identifizieren und aus einer sozial-ökologischen Perspektive zu analysieren,
  • kontextspezifische Aussagen darüber zu treffen, wie mit den beschriebenen Konfliktlagen politisch umgegangen werden kann,
  • einen methodischen sowie theoretisch-konzeptionellen Beitrag zur Analyse sozial-ökologischer Konfliktfelder aus einer Mehrebenenperspektive zu leisten.


Das Vorhaben gliedert sich in kontextspezifische Länderfallstudien in drei Weltregionen und übergreifende Querschnittsbausteine. In einem integrierenden Ergebnisbaustein werden die Erkenntnisse zusammengefasst.

       Länderfallstudien:

  1. Fallstudie Deutschland: Analyse der wechselvollen Entwicklung der deutschen Biokraftstoffpolitik und ihrer Wechselwirkungen mit der europäischen Energie-, Landwirtschafts- und Umweltpolitik.
  2. Fallstudien in Brasilien: Untersuchung der Auswirkungen der Expansion der Biokraftstoffproduktion auf bestehende Landnutzungs- und Landverteilungskonflikte.
  3. Fallstudien in Subsahara-Afrika: Analyse der möglichen Auswirkungen von agroindustrieller Biokraftstoffproduktion auf ländliche Armut und Ernährungssicherheit.

    Übergreifende Querschnittsbausteine:

  4. Umweltbewertung: Übergreifende ökologische Bewertung ausgewählter Biokraftstoffe in den Fallstudienländern mit besonderem Fokus auf gegenwärtige methodische Schwachstellen wie z.B. Landnutzungswechsel und indirekte Effekte.
  5. Transnationale Perspektive: Analyse der Auswirkungen von internationalen klima- und handelspolitischen Entscheidungen auf lokale Entwicklungen sowie die politischen Kräfteverschiebungen und sozial-ökologischen Folgewirkungen dieser Verflechtungen im Nord-Süd-Kontext.
  6. Ansätze zur politischen Regulierung: Untersuchung der sozial-ökologischen Konflikte wie Zertifizierungen und Standards, Verhaltenskodizes und Abkommen hinsichtlich ihrer Wirkungen, Grenzen und Verbesserungspotenziale.


In den Länderfallstudien sowie in den Querschnittsbausteinen werden neben übergreifenden Themen bausteinspezifische Problemstellungen behandelt.