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Zwischen Sackgasse und Energiewende:
Eine sozial-ökologische Mehrebenenanalyse transnationaler Biokraftstoffpolitik

Baustein 3: Fallstudie Subsahara-Afrika

Die Auswirkungen des Biokraftstoff-Booms auf Subsahara-Afrika erfolgten in der Vergangenheit hauptsächlich indirekt durch globale Preisänderungen für andere Agrar- und Nahrungsprodukte. Das Produktionspotenzial für Biokraftstoffe ist jedoch in einigen Ländern Subsahara-Afrikas sehr groß.

Mit einem möglichen Rollenwechsel afrikanischer Staaten zu aktiven Teilnehmern einer globalen Biokraftstoffproduktion ergeben sich zahlreiche Chancen und Risiken für die dortigen Gesellschaften und Ökosysteme. Während kleinflächige Biokraftstoffproduktion zur Lösung dezentraler Energieprobleme nur wenige Risiken mit sich bringt, sind großflächige, zumeist export-orientierte Ansätze agroindustrieller Biokraftstoffproduktion höchst umstritten. Gleichzeitig wird ihnen allerdings auch ein besonders großes Potenzial für die Entwicklung ländlicher Räume Subsahara-Afrikas nachgesagt, da sie Elemente bieten, die Subsahara-Afrika im internationalen Wettbewerb nur selten aufweist (z.B. moderne Technologien und gutes Management in Produktion und Verarbeitung). Aufgrund der starken Verbreitung von Armut und Unterernährung im ländlichen Raum und der Bedeutung der Landwirtschaft als Haupteinnahmequelle für einen Großteil der Bevölkerung, haben die sozio-ökonomischen Auswirkungen agroindustrieller Biokraftstoffproduktion daher eine besondere Bedeutung.

Dieser Baustein widmete sich den Fragen, wie sich eine Ausweitung der Biokraftstoffproduktion auf Armut und Ernährungssicherheit im ländlichen Raum auswirkt und sich die Vulnerabilität der ländlichen Bevölkerung durch die strukturellen Veränderungen in Einkommensquellen und Nahrungsmittelmärkten verändert. Insbesondere wurde dabei der Frage nachgegangen, in wie fern unterschiedliche Anbauarrangements und Beschäftigungsverhältnisse (Vertragsanbau oder Beschäftigung auf Plantagen), unterschiedliche Rohstoffe und institutionelle Rahmenbedingungen diese Wirkungen beeinflussen.